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Helma Behme-Gissel


Helma Behme-Gissel © privat
Helma Behme-Gissel
1947
Warstein
Überlingen
Warstein, Meschede, Rüthen
Sauerland, Westfalen komplett
Prosa, Lyrik
Mühlenstr. 34
88662 Überlingen
Deutschland

Pressedaten

Erläuterungen und Bedingungen

Pressefotos und Logos zum Download in der Datenbank LITon.NRW

Das Westfälische Literaturbüro in Unna e.V. pflegt im Rahmen der NRW-Literatur-Online-Datenbank LITon.NRW (ehemals www.nrw-literatur-im-netz.de) seit Herbst 2003 eine Foto-Datenbank mit hochauflösenden Fotos von Autor*innen sowie Fotos und Logos von literarischen Institutionen und Projekten aus NRW. Der Service richtet sich an Medien und Literaturveranstalter*innen, die auf diese Weise unkompliziert an Pressefotos und/oder Logos gelangen können. Dieser Service ist (in der Regel) kostenlos. Wenn ein*e Autor*in / eine Institution / ein Projekt Pressefotos bzw. Logos zur Verfügung gestellt hat, ist unter dem jeweiligen Profilfoto das bzw. die entsprechende/n Symbol/e aktiv (anklickbar). Klickt man darauf, klappt bei den Pressefotos ein neues Menü aus, worüber sich das/die Foto/s herunterladen lassen; bei den Logos öffnet sich direkt ein neues Fenster, worüber diese direkt heruntergeladen werden können. Einem Download steht nichts entgegen, wenn die folgenden Nutzungsbedingungen akzeptiert werden:

Alle Rechte vorbehalten. Die Bildmaterialien dürfen lediglich für die redaktionelle Berichterstattung bzw. von Veranstalter*innen für ihre Öffentlichkeitsarbeit unter Angabe des Copyrights bzw. des*der Urhebers*Urheberin (falls im Datensatz angegeben) honorarfrei verwendet werden. Andere Nutzungen, insbesondere jede Art von kommerzieller Verwendung des vorliegenden Materials außerhalb der Medienberichterstattung oder Veranstaltungswerbung, ist ausdrücklich untersagt. Mit dem Download von Fotos bzw. Logos stimmt der*die Nutzer*in dieser Regelung ausdrücklich zu.

Infos für Autor*innen, literarische Institutionen und Projekte

Für die Bereitstellung von Fotos und Logos im Download-Bereich von LITon.NRW entstehen Autor*innen, literarischen Institutionen und Projekten keinerlei Kosten. Die Zurverfügungstellung des Fotos und/oder Logos erfolgt jedoch prinzipiell honorarfrei. Auch das Westfälische Literaturbüro in Unna e.V. als Betreiber der NRW-Literatur-Online-Datenbank stellt potenziellen Nutzer*innen dieses Services keinerlei Kosten in Rechnung. Es wird lediglich ein möglichst einfaches Verfahren angeboten, schnell an Fotos bzw. Logos für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu gelangen. Das Westfälische Literaturbüro übernimmt aus diesem Grunde auch keinerlei Haftung, falls die Download-Fotos/-Logos nicht für den Zweck der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Veranstalter*innen u.ä. genutzt werden.

Pressebild(er)

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Copyright
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Arbeitsproben (7)

 

BEIM METZGER

"Guten Morgen, Herr Dr. Hesse", begrüßt ihn wie immer die Chefin. "Was möchten Sie heute fürs Mittagessen mitnehmen?"
"Die kleine Frikadelle dort", antwortet er.
"Nur eine Frikadelle?" fragt sie nach, "und Ihre Frau? Kriegt die denn nichts zu essen? Nehmen Sie doch 2 mit; sie sind ganz frisch, sogar noch warm."
"Ja, sie riechen sehr appetitlich, geradezu verlockend. Aber ich möchte trotzdem nur eine, und zwar die kleine, helle dort, direkt vor Ihnen. – Wissen Sie, meine Frau und ich, wir teilen uns fast alles, nicht nur die Arbeiten im Haus und Garten, sondern auch das Arbeitszimmer, den Computer und sogar das Frühstücksbrötchen. Meine Frau mag nämlich gern das knusprige Oberteil. – Und heute teilen wir uns auch die Frikadelle. Es soll ja ohnehin gesünder sein, sich fleischärmer zu ernähren."
"Aber, Herr Dr. Hesse, Sie sehen ja selbst, diese Frikadelle ist besonders klein. Wie wollen Sie die denn noch teilen?"
"Ganz einfach", lächelt er verschmitzt, "ich esse die Frika, und meine Frau kriegt die Delle."

Aus: Von Leuten, Frikadellen und Pimpernellen. Kürzestgeschichten. Zusammen mit den Menü-Phantasien von Siegfried Gissel. DCS: Überlingen 2018.


FRÜHLING

Wie vertraut,
zartgrün,
die kleine
Handvoll
Stunden
mit dir.

Die lichten Keime
meines buntbetupften
Sommerwunsches.

Aus: Alles in allem mit dir. Liebesgedichte.


(ohne Titel)

Ruhe in das Zauberwort,
ich allein bedeutet Glück,
liebe jedes Fleckchen Stille,
kehr dort zu mir selbst zurück.

Ist man allzu lang alleine
ohne eines Menschen Wort,
wirkt die Ruhe nicht als Pille,
ist der ganze Zauber fort.

Keiner, auch der Menschenscheue,
ist gern nur bei sich zu Haus,
geht er nicht mit seinen Beinen,
geht er in Gedanken aus.

Aus: Marburger Literatur Almanach. 1994.


TENERIFFA IM APRIL

Die Unruh
lernt nun Ruh
auf Spanisch.

Unbeschwert
sonnt sich
der Werktag.

Die Augen
bummeln
ins Blaue.

Mit Rotwein
füllt sich
der Abend.

Und selbst
der Regen
hat jetzt Urlaub.

Es rundet sich
der Fuß,
das Wort,
na ja,
und auch
der Bauch.

Aus: Das Gute siegt nicht, noch das Böse.


(ohne Titel)

Ein Literat,
der geistig viel zu bieten hat
und der die Theorie so liebt,
dass er fast alles für sie gibt,
der sah am Wegessaum,
unter einem Feigenbaum,
mit allem, was sie hatte,
Frau Literatte.

Er ist gescheit.
Sie ist bereit.
Und es geschah,
was keiner sah,
man kam sich nah,
doch letztlich nur
in Sachen
Literatur.

Aus: Einfach Tierisch. So ein Mensch.


(ohne Titel)

Wie viel Zeit muß sein,
um das Gras wachsen zu hören,
Fades von Bittersüßem zu trennen,
Erde mit Himmel und Hölle zu denken,
von damals nach morgen zu schauen?

So viel Zeit muß sein
für ein Gedicht.

Aus: Was das Erinnern entläßt.


GEWUSST WIE...

Willi Pannen war wirklich kein Freund der Glückspiele. Selbst den Verlockungen von Lotto und Toto widerstand er redlich. Doch mit 55 Jahren nahm er zum ersten Mal an einem Preisausschreiben teil.
Etwa drei Wochen später fuhr ein fremdes Auto auf seinen Bauernhof, und aus dem schnell geöffneten Anhänger stolzierte ein kräftiger Ziegenbock – der Gewinn des ersten Preises. Nach kurzem Händedruck von Mann zu Mann führte Willi Pannen, noch leicht verwundert, aber auch erfreut und sogar ein bißchen stolz, das Tier in einen seiner Ställe. Es fühlte sich da sichtlich wohl; doch es blieb dort nur ein paar Tage, denn nicht nur in den benachbarten Stallungen, sondern auch im angrenzenden Wohnhaus verbreitete sich ein überaus strenger Geruch, der Willi Pannen und seine Familie immer mehr störte.
Es war Sommerzeit, und der Ziegenbock mit seinem braun glänzenden Fell und dem prachtvollen Bart verbrachte nun, angepflockt am Seil, seine Tage und Nächte im Freien – zusammen mit den Kühen auf der Weide. Schon bald merkte Willi Pannen, daß seine Kühe unruhig hin- und herliefen, zuviel brüllten und schließlich zuwenig Milch gaben. Eines stand mit Sicherheit fest: Sie litten nicht an Rinderwahnsinn; die Nähe des Ziegenbocks und vor allem sein Geruch machten sie fast wahnsinnig. Da Willi Pannen weiterhin glückliche Kühe auf seinem Hof halten wollte, gab er kurzerhand folgende Anzeige in der Tageszeitung auf: Ziegenbock zu verschenken. Und schon am übernächsten Tag gab er seinen Geißbock gleich dem Erstbesten.
Wie Willi Pannen erst später erfuhr, hatte damals ein westfälischer Jungbauer dieses Preisausschreiben in die Fachzeitschrift gesetzt, um seine Ziegenherde zu entsorgen – und zwar ausschließlich durch erste Preise.

Aus: Was das Erinnern entläßt.


Geboren am 2. November 1947 in Meschede. Bis 1968 Besuch der Schulen in Warstein, Meschede und Rüthen. Anschließend Studium der Germanistik, Geschichte, Pädagogik und Sprechwissenschaft in Marburg. Seit 1973 wissenschaftliche Angestellte für Sprechwissenschaft/Sprechdidaktik an der Universität Gesamthochschule Kassel. 1993 Promotion. 1993 Heirat mit Dr. Siegfried Gissel. Behme-Gissel wohnte bis September 1999 in Marburg, dann lebte sie bis Ende 2011 in Kassel, und nach dem Uni-Dienst ist nun ihr neuer Wohnsitz Überlingen am Bodensee. Veröffentlichung von drei Lyrikbänden, einem Kurzprosa-Lyrik-Buch, Gedichten in Anthologien und sprechwissenschaftlichen/sprechdidaktischen Aufsätzen und Büchern. Das Zusammenspiel von Wissen und Erfahren, von Erlebtem und Gehörtem, von Humoristischem und Nachdenklichem, von Gereimtem und Ungereimtem ist Ausdruck ihrer Lyrik und ihrer "kurzen Geschichten" als pointierte Alltagsskizzen.

2020 Preisträgerin beim Gedichtwettbewerb der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte zum Sonderthema "Natur und Umwelt" (für: Eisige Zeiten)
2010 Preisträgerin beim Gedichtwettbewerb der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte (für: Nur eine Frau)

Kurzprosa/Lyrik
Von Leuten, Frikadellen und Pimpernellen. Kürzestgeschichten. Zusammen mit den Menü-Phantasien von Siegfried Gissel. DCS: Überlingen 2018.
Was das Erinnern entläßt. Geschichten und Gedichte. Gem. mit Siegfried Gissel. docupoint: Magdeburg 2010.
Das Gute siegt nicht, noch das Böse. Gedichte. Scheffler: Herdecke 1995.
Einfach tierisch - so ein Mensch. Gedichte. Röschnar: Klagenfurt 1990.
Alles in allem mit dir. Liebesgedichte. Gregor M. Mayer: Kaufering 1986.

Eisige Zeiten. In: Hörbuch der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte: Gedichte der Preisträger/Preisträgerinnen. Realis: Gräfelfing/München 2020.
Deutsche Wortbetonung. Ein Lehr- und Übungsbuch. Audio-CD mit Beiträgen aus dem Buch. 65 Minuten Laufzeit. iudicium: München 2006.

Deutsche Wortbetonung. Ein Lehr- und Übungsbuch. iudicium: München 2005.
Zur Theorie und Praxis des Sprechspiels unter besonderer Berücksichtigung interdisziplinärer Aspekte. iudidium: München 1993.
Miteinander reden lernen. Sprechspiele im Unterricht. iudicium: München 1985 (4. Auflage 1992).
Zur Theorie und Praxis des Gesprächs in der Schule. Bibliographie. Henn: Kastellaun 1977.

Beiträge in:
Bibliothek deutschsprachiger Gedichte. Bd.XXIII. Realis: Gräfelfing/München 2020.
Bibliothek deutschsprachiger Gedichte. Bd.XXII. Realis: Gräfelfing/München 2019.
Bibliothek deutschsprachiger Gedichte. Bd.XXI. Realis: Gräfelfing/München 2018.
Bibliothek deutschsprachiger Gedichte. Bd. XX. Realis: Gräfelfing/München 2017.
Bibliothek deutschsprachiger Gedichte. Bd. XIX. Realis: Gräfelfing/München 2016.
Bibliothek deutschsprachiger Gedichte. Bd. XVIII. Realis: Gräfelfing/München 2015.
Bibliothek deutschsprachiger Gedichte. Bd. XVII. Realis: Gräfelfing/München 2014.
Bibliothek deutschsprachiger Gedichte. Bd. XVI. Realis: Gräfelfing/München 2013.
Bibliothek deutschsprachiger Gedichte. Bd. XV. Realis: Gräfelfing/München 2012.
Bibliothek deutschsprachiger Gedichte. Bd. XIV. Realis: Gräfelfing/München 2011.
Bibliothek deutschsprachiger Gedichte. Bd. XIII. Realis: Gräfelfing/München 2010.
Bibliothek deutschsprachiger Gedichte. Bd. XII. Realis: Gräfelfing/München 2009.
Lyrik und Prosa. Marburger Autorenkreis. Kring: Lahnstein 2009.
Jahrbuch für das neue Gedicht. Frankfurter Bibliothek. Brentano Gesellschaft: Frankfurt/Main 2007.
Bibliothek deutschsprachiger Gedichte. Bd. IX. Realis: Gräfelfing/München 2006.
Bibliothek deutschsprachiger Gedichte. Bd. VIII. Realis: Gräfelfing/München 2005.
Jahrbuch für das neue Gedicht. Frankfurter Bibliothek. Brentano-Gesellschaft: Frankfurt/Main 2006.
Jahrbuch für das neue Gedicht. Literarischer Nationalatlas. Brentano Gesellschaft: Frankfurt/Main 2005.
Jahrbuch für das neue Gedicht. Literarischer Nationalatlas. Brentano Gesellschaft: Frankfurt/Main 2004.
Jahrbuch für das neue Gedicht. Literarischer Nationalatlas. Brentano Gesellschaft: Frankfurt/Main 2003.
Nationalbibliothek des deutschensprachigen Gedichtes. Ausgewählte Werke, Band VI. Realis Verlag: Gräfelfing/ München 2003.
Wilhelm-Busch-Preis für satirische und humoristische Versdichtung 2000. Stadthagen 2000.
Literamus Trier. Bd. 16. Trier 1999.
Marburger Literatur Almanach. Biblion: Marburg 1996.
Literat. Fachzeitschrift für Literatur und Kunst. 38. Jg. Bad Soden Dezember 1996.
Marburger Literatur Almanach. Grundblick: Marburg-Moischt 1994.
Schreibende Frauen lesen vor.... Publikation des Magistrats der Universitätsstadt Marburg. Marburg 1993.
Marburger Literatur Almanach. Jonas: Marburg 1992.

Angewandte Sprechwissenschaft. Interdisziplinäre Beiträge zur mündlichen Kommunikation. Steiner: Stuttgart 1988.

Lexikonbeiträge:
Westfälisches Autorenlexikon. Hrsg. von Walter Gödden und Iris Nölle-Hornkamp. Bd. 4: 1900 bis 1950. Verlag Ferdinand Schöningh: Paderborn 2002.

Autor*innenauskunft, Westfälisches Autorenlexikon. Hrsg. von Walter Gödden und Iris Nölle-Hornkamp. Bd. 4: 1900 bis 1950. Verlag Ferdinand Schöningh: Paderborn 2002.

Aktualisiert 16.09.2020