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Brigitte Doppagne


Brigitte Doppagne © Rainer Dahmen
Brigitte Doppagne
1961
Köln
Köln
Köln
Rheinschiene, Rheinland komplett
Prosa, Lyrik, Funk, Herausgeberschaften
Bensberger Marktweg 75
51069 Köln

Pressedaten

Erläuterungen und Bedingungen

Pressefotos und Logos zum Download in der Datenbank LITon.NRW

Das Westfälische Literaturbüro in Unna e.V. pflegt im Rahmen der NRW-Literatur-Online-Datenbank LITon.NRW (ehemals www.nrw-literatur-im-netz.de) seit Herbst 2003 eine Foto-Datenbank mit hochauflösenden Fotos von Autor*innen sowie Fotos und Logos von literarischen Institutionen und Projekten aus NRW. Der Service richtet sich an Medien und Literaturveranstalter*innen, die auf diese Weise unkompliziert an Pressefotos und/oder Logos gelangen können. Dieser Service ist (in der Regel) kostenlos. Wenn ein*e Autor*in / eine Institution / ein Projekt Pressefotos bzw. Logos zur Verfügung gestellt hat, ist unter dem jeweiligen Profilfoto das bzw. die entsprechende/n Symbol/e aktiv (anklickbar). Klickt man darauf, klappt bei den Pressefotos ein neues Menü aus, worüber sich das/die Foto/s herunterladen lassen; bei den Logos öffnet sich direkt ein neues Fenster, worüber diese direkt heruntergeladen werden können. Einem Download steht nichts entgegen, wenn die folgenden Nutzungsbedingungen akzeptiert werden:

Alle Rechte vorbehalten. Die Bildmaterialien dürfen lediglich für die redaktionelle Berichterstattung bzw. von Veranstalter*innen für ihre Öffentlichkeitsarbeit unter Angabe des Copyrights bzw. des*der Urhebers*Urheberin (falls im Datensatz angegeben) honorarfrei verwendet werden. Andere Nutzungen, insbesondere jede Art von kommerzieller Verwendung des vorliegenden Materials außerhalb der Medienberichterstattung oder Veranstaltungswerbung, ist ausdrücklich untersagt. Mit dem Download von Fotos bzw. Logos stimmt der*die Nutzer*in dieser Regelung ausdrücklich zu.

Infos für Autor*innen, literarische Institutionen und Projekte

Für die Bereitstellung von Fotos und Logos im Download-Bereich von LITon.NRW entstehen Autor*innen, literarischen Institutionen und Projekten keinerlei Kosten. Die Zurverfügungstellung des Fotos und/oder Logos erfolgt jedoch prinzipiell honorarfrei. Auch das Westfälische Literaturbüro in Unna e.V. als Betreiber der NRW-Literatur-Online-Datenbank stellt potenziellen Nutzer*innen dieses Services keinerlei Kosten in Rechnung. Es wird lediglich ein möglichst einfaches Verfahren angeboten, schnell an Fotos bzw. Logos für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu gelangen. Das Westfälische Literaturbüro übernimmt aus diesem Grunde auch keinerlei Haftung, falls die Download-Fotos/-Logos nicht für den Zweck der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Veranstalter*innen u.ä. genutzt werden.

Pressebild(er)

Brigitte Doppagne © Rainer Dahmen
Copyright
Brigitte Doppagne © Rainer Dahmen
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Arbeitsproben (1)

 

Aus: DER NACHTGAST

Morgens im Bus, auf der Fahrt in die Stadt, hatte Ines kaum Augen für mich, sie vertiefte sich statt dessen in die Deutschlektionen. Nur nach dem Unterricht gehörte ihre Aufmerksamkeit ganz mir. Wir redeten über den Lehrer, über Tante Pia: Ines gab vor, den nächtlichen Gesang nicht zu hören, betäubt von ihrem eigenen Schnarchen sei sie, und überhaupt, was sei schon dabei, sie biß in ihren Maiskuchen, sprach schnell und mit vollem Mund von etwas anderem, umschlang meinen Hals, pustete mir Krümel ins Gesicht: Komm mit!
Wir nahmen den Bus, um ins Zentrum zu fahren, ließen den Freiheitsengel mit seinen Goldschwingen hinter uns, fuhren an der Phalanx von Statuen vorbei, der Göttin Diana, aztekischen Herrschern und Kriegern, an Kolumbus und Simon Bolivar, alle auf hohen Podesten in einem Bannkreis aus Blumenbeeten und Springbrunnen, Hunde tobten in den Wasserbecken, unter der doppelten Reihe der Eukalyptusbäume saßen Männer auf steinernen Bänken und spielten Karten.
Am Alameda-Park stiegen wir aus, und jetzt war ich es, der seine bald atemlose Schwester hinter sich herzog, wir kauften einem Mädchen einen Strauß Windräder ab und steckten sie den die Säulen einer Kirche überwuchernden Engeln in ihre Heiligenscheine und die Falten ihrer Gewänder, bestaunten die Feuerschlucker an den Kreuzungen, wie sie mit einem brennenden Holzscheit ihren Mund entzündeten und Stichflammen in den weißen Himmel jagten, an den Straßenecken sangen Kinder das sorglose Leben aus, die Lose der Lotterie flatterten wie Transparente im Wind. Dentisten liefen rückwärts vor uns her, klapperten mit Gebißmodellen, Ines und ich fletschten als Antwort die Zähne, stürzten einen Becher Fruchtsaft, den eine bucklige Frau aus einem bauchigen Glas geschöpft hatte, die Kehle hinunter, im Dieselqualm fanden wir den faden Zuckerduft von Süßigkeiten, den Geruch alten, kochenden Öls, wir löffelten Eis und kauten Hotdogs, die Zeitungsverkäufer strengten ihre Stimmen an, suchten die hupenden Autos mit dem vielstimmigen Ausrufen der Nachrichten zu übertönen, all die hochbeinigen Fords, die Schlaglöchern auswichen und es eilig hatten, ein Geiger in einem viel zu langen Frack, dessen eines Ende ein Kaugummipapier mitschleifte, folgte Ines mit einer wehmütigen Melodie, bis ich ihm eine Münze in den Hutrand legte, amigo amigo, warben die Schuhputzer, die Kioskbesitzer um unsere Aufmerksamkeit, sie boten Luftballons, Papiertaschentücher und geröstete Heuschrecken an, die Polizisten mitten auf den Straßen zwitscherten mit ihren Trillerpfeifen wie Kanarienvögel, gestikulierten in alle Richtungen, der Bauch der Kathedrale schluckte uns, hier war es kühl, eine eigene, winkelige, von einer Unzahl von Kuppeln überwölbte Welt, jemand leerte seine Geldbörse in einen Opferstock, es klang, als würde eine Ladung Kies abgeladen, und wieder umfaßte mich Ines, flüsterte im Nachhall der rasselnden Münzen und wisperte wie früher: Versprich mir, versprich mir, ich weiß nicht was, versprich mir alles. Ich tu’s auch.
Die Zukunft begann hier, in der Stadt, mit einem Mal federleicht zu wiegen, die von ihren tausendfachen Geräuschen übervolle Luft schien sich zu weiten, und das Leben breitete sich mit der Zusage vor mir aus, der Horizont sei nur ein Gaukelwerk, nicht mehr und nicht weniger als ein Scherz.
Und einmal, als ich den Nachtwächter seine Runde drehen hörte und Tante Pia gerade mit ihrem Summen begonnen hatte, quietschte meine Zimmertür, ein schmaler Schatten schlich herein, schlüpfte neben mir unter die Decke, zwei Füße wanderten meine Waden hoch zu den Knien, sie waren kalt wie unser Glas Pepsi, das wir von der Köchin bekamen, wenn Isabel den Fernsehapparat für die wöchentliche Lassie-Folge einschaltete. Mich friert, wenn sie singt, sagte Ines. Kann ich bei dir bleiben?
Von nun an kam sie wieder jede Nacht, oft schon kurz nachdem wir zu Bett gegangen waren. Ihre Nähe beunruhigte mich, und mit flimmerndem Herzen wartete ich auf den Augenblick, wo die Klinke lautlos heruntergedrückt wurde. Kam Ines später, schlief ich manchmal vorher ein, das leise Schleifen der Tür weckte mich, oder Ines packte mich an den Schultern, schüttelte mich aus einem Alptraum in die Wirklichkeit: Du schlägst um dich, was ist los mit dir?
Heiser vor Erregung erzählte ich ihr ausführlich darüber, wie ich Jim gefunden hatte, das heißt, ich sagte ihr nur eine meiner verschiedenen Wahrheiten, es war zuwenig und gleichzeitig mehr als genug. Daß ich, seitdem wir in der Hauptstadt lebten, sämtliche Berichte über Fälle von Mord und Totschlag aus der Zeitung schnitt, sie in einer Schublade hortete und ihren Wortlaut beinahe auswendig kannte, behielt ich für mich.
Ines rieb ihre Nase an meiner Wange: Ist gut, ist schon gut, beschwichtigte sie mich, in tiefen Zügen atmete ich den grasigen Duft ihres Haares ein.
Sollte es tatsächlich so etwas wie das Glück geben, war ich ihm jedenfalls in dieser Zeit sehr nahe. Der Deutschunterricht machte mir Spaß, meine Eltern schrieben uns weiterhin mit lustigen Bleistiftskizzen versehene Briefe über die Proben der Theatergruppe, stundenlang blieb ich in der Bibliothek, im majestätischen Tacken der Pendeluhr las ich mir ein neues Stück Welt und eine heiße Stirn an. Sonntags nahm mich der Señor auf seine Ausflüge mit, Isabels Rucksack umgeschnallt, stieg ich neben ihm in die Berge, er zeigte mir seltene Pflanzen, die Reste eines durch einen Vulkanausbruch ausgelöschten Dorfes; einmal kamen die Mädchen mit, auf dem Rückweg gerieten wir in den Trubel eines Jahrmarkts, der über das Hochland wanderte. Der Messerwerfer interessierte mich nicht, statt dessen ging ich mit Ines ins Lachkabinett, die Spiegel streckten mich lang, walzten mich breit wie einen Streifen Blech, zersprengten mich in tausend Splitter, vor der Bude fiel mir Ines in die Arme: Ich dachte schon, ich find nie mehr hinaus, wo bist du denn gewesen? fragte sie mit angstgeweiteten Augen. Zum Schluß schaukelte uns ein Riesenrad quietschend in die Höhe, und ich sah einem Vogel nach, der sich im Flug um sich selbst drehte und immer weiter in den weichen, blauen Dunst schraubte, das muß das Glück sein, dachte ich.
Aber dann kreuzte plötzlich Fausto auf, ein Cousin Isabels, Fausto Solana, neunzehn Jahre alt, Student der Wirtschaftswissenschaften und freier Mitarbeiter beim "Excelsior", einer der wichtigen Zeitungen der Stadt. Fausto verdarb alles, restlos alles.


Geboren 1961 in Köln. Schulbesuch in Köln; nach dem Abitur Studium der Germanistik, Japanologie, Ethnologie und Anglistik in Köln und Paris (Magister Artium). Während des Studiums und nach dem Studium diverse Jobs, u.a. als Bibliotheksassistentin, Phonotypistin, Fabrikarbeiterin und in der Altenpflege. Längere Aufenthalte in Belgien, Frankreich, England und Mexiko.

2010: Einladung zur Autorenwerkstatt der Konrad-Adenauer-Stiftung in Cadennabia/Italien
2006: Arbeitsstipendium für Schriftsteller der Staatskanzlei NRW
2001: Hörspielförderung der Filmstiftung NRW (für: Goldberg oder Dreißig Variationen über die weiße Nacht)
1999: Hörspielförderung der Filmstiftung NRW (für: Gleisgespräch)
1998: Arbeitsstipendium des Landes NRW für Schriftsteller (für: Der Nachtgast)
1996: Kulturpreis für Literatur des Landkreises Cuxhaven
1994: Förderpreis für junge Künstler des Landes Nordrhein-Westfalen (für: Clara)
1993: Atelierhaus-Stipendium/Worpswede
1993: Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln (für: Clara)
1992: Aufenthaltsstipendium der Akademie Schloß Solitude/Stuttgart
1990: Stipendium der Barkenhoff-Stiftung/Worpswede

Von Brügge nach Gent. Eine Reise durch Flandern. Schöffling: Frankfurt/M. 2003.
Der Nachtgast. Roman. Schöffling: Frankfurt/M. 1998. (TB-Ausgabe: Diana: München 2000.)
Ottilie Reylaender. Stationen einer Malerin. Biographie. Worpsweder: Lilienthal 1994.
Clara. Eine Erzählung. Luchterhand: Hamburg 1993. (TB-Ausgabe dtv: München 1996/1999; italienische Übersetzung bei Tartaruga: Mailand 1994.)

Goldberg oder Dreißig Variationen über die weiße Nacht. Hörspiel. 2001.
Gleisgespräch. Ein Hörspiel für zwei Stimmen. Regie: Jörg Schlüter. Co-Produktion SR/NDR: 1999.

In Auswahl:

Bouillon. In: Solitude Atlas. Edition Solitude: Stuttgart 2015.
Kanäle, Kunst und Kaufleute in Brügge. In: Belgien fürs Handgepäck. Hrsg. von Françoise Hauser. Unionsverlag: Zürich 2011.
Le Chocolat – Schwarzes Glück. In: Belgien fürs Handgepäck. Hrsg. von Françoise Hauser. Unionsverlag: Zürich 2011.
românia I-III. Lyrik. In: Akademie der Künste (Hg): Sinn und Form. Beiträge zur Literatur. Aufbau: Berlin 2010.
Hexenkind. Lyrik. In: Vernetze drei. Liebe: Weilerswist 2010.
Schaumschläger. Prosa. In: Lexikon der sperrigen Wörter. Merz & Solitude: Stuttgart 2010.
Das Haus der Spiegel. Romanauszug. In: Norbert Weiß (Hg): Signum. Blätter für Literatur und Kritik. 9.Jg. Heft 1. Dresden: 2008.
Der Hofnarr im Hickorybaum. Über Truman Capote. Essay. In: Klaus Schöffling (Hg): Von Büchern und Menschen. Schöffling: Frankfurt/Main 2005.
Mein Sekretär. Kurzgeschichte. In: Klaus Schöffling (Hg): Von Büchern und Menschen. Schöffling: Frankfurt/Main 2004.
Der Geburtstag des Verlegers. Eine wahre Fiktion. In: Klaus Schöffling (Hg): Von Büchern und Menschen. Schöffling: Frankfurt/Main 2004.
Trompe-l'oeil oder Das gestohlene Buch. Kurzgeschichte. In: Klaus Schöffling (Hg.): Von Büchern und Menschen. Schöffling: Frankfurt/M. 2003.
lange weile, ozean. Lyrik. In: Axel Kutsch (Hg.): Zeit. Wort. Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart. Landpresse: Weilerswist 2003.
Erinnerungsspiele. Die Romanwelt der Catherine Colomb. Kurzessay. In: Klaus Schöffling (Hg.): Von Büchern und Menschen. Schöffling: Frankfurt/M. 2001.
El Libro. Kurzgeschichte. In: Klaus Schöffling (Hg.): Von Büchern und Menschen. Schöffling: Frankfurt/M. 2001.
Sudelbuch-Notiz. Skizze. In: Zehn Jahre Solitude. Hg: Akademie Schloß Solitude, Jean-Baptiste Joly. edition solitude: Stuttgart 2000.
Von blinden Bänden. Kurzessay. In: Klaus Schöffling (Hg.): Von Büchern und Menschen. Schöffling: Frankfurt/M. 1999.
Das erste und einzige Interview des Ronald Frederic Melf. Kurzgeschichte. In: Klaus Schöffling (Hg.): Von Büchern und Menschen. Schöffling: Frankfurt/M. 1998.
Rabenflügel. Kurzgeschichte. In: Yoko Tawada (Hg.): Verwandlungen. Reihe edition zur Tübinger Poetik-Dozentur. Gehrke: Tübingen 1998.
winter/brennesselbrand/mond – an den mond. Gedichte. In: Rolfrafael Schroer (Hg.): Erinnern und Entdecken. Gedichte von Liebe, Kunst und Tod. tende: Dülmen 1998.
Ottilie Reylaender. Worpswede – Mexiko – Berlin. Biographischer Essay. In: Ulrich Krempel und Susanne Meyer-Büser (Hg.): Garten der Frauen. Wegbereiterinnen der Moderne in Deutschland 1900-1914. ars nicolai: Berlin 1997.
Drei Gedichte. In: Axel Kutsch (Hg.): Jahrhundertwende. Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart. Landpresse: Weilerswist 1996.
Uno-due-tre. Gedichte. In: Terra di Fuoco. Zeitschrift für junge Literatur. Rom/Neapel. Nr. 12, 1993.

Umbruch. Zeitschrift für Kunst und Literatur. Erster Jahrgang 1984. Zus. mit Stephan Hübenthal und Michael Frenzel. Köln.

Johann Peter Tammen: Kunst und Leben oder Vom Wünschen und Wagen, Hoffen und Verlieren. Kleine Lobrede auf Brigitte Doppagne, Trägerin des Kulturpreises für Literatur des Landkreises Cuxhaven 1996, 22.11.1996.
Brigitte Doppagne – gesehen von Susanne E. Giegerich. In: Kultursekretariat NRW in Wuppertal (Hg): 4. Autoren-Reader. Schreiben Lesen Hören. Klartext: Wuppertal 1995.
Kölner Autoren-Lexikon 1750-2000. Band 2: 1901-2000. Everhardt Kleinertz (Hg). Bearbeitet von Enno Stahl. Emons: Köln 2002.

Zu: Von Brügge nach Gent
Kunstvoll mischen sich Gegenwart und Vergangenheit, Impressionen und historisch Dokumentiertes.
Erschienen in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.2003.

Zu: Gleisgespräch (Hörspiel)
[…] so entwickelt sich ein Dialog auf Distanz: ein Gleisgespräch. Die surreale Musikunterlegung […] und die traumwandlerische Präzision des Sprechtextes verdeutlichen die Orientierungslosigkeit der Figuren.
Erschienen in: Saarbrücker Zeitung, 26.02.2000.

Zu: Der Nachtgast
Die Prosa bannt und verzaubert den Leser mit einer unaufdringlich poetischen Sprache und nimmt ihn mit auf eine melancholische Reise durch ein (...) unzeitgemäßes, zum Scheitern verurteiltes Leben.
Erschienen in: Märkische Allgemeine Zeitung, 15.07.1998.

Zu: Clara
Ein bildhafter, genauer Text bar jeder modischen Schnörkel. (...) Die Kölner Schriftstellerin Brigitte Doppagne gibt sich mit ihrem ersten Buch als außergewöhnlich begabte Autorin zu erkennen.
Erschienen in: Hessischer Rundfunk, 03.05.1993.

Mit der Erzählung "Clara" ist Brigitte Doppagne ein vielversprechendes Debüt gelungen. (...) B.D. Übermittelt eine dichte Atmosphäre, die ihre Leser in den Bann ziehen wird.
Erschienen in: Welt am Sonntag, 23.03.1993.

Aussagen der Autorin:

Das dokumentarische Material gibt mir hier (gemeint ist die Erzählung "Clara") erst den Raum für die Phantasie. Das Spannende dabei ist, daß ich mich mit einer realen Gestalt befasse, sie aber gleichzeitig erfinde. Wie es zwischen Rilke und Clara Westhoff hätte gewesen sein können, interessiert mich deshalb weit mehr, als wie es wirklich war.
In: Kölnische Rundschau, 10.09.1994. Portrait von Thomas Linden zu: Clara.

Da wir alle nicht die sprichwörtlichen sieben Leben einer Katze haben, sondern lediglich eines davon, lieben wir es, in die fremde, unbekannte Welt einer Geschichte einzutauchen und sie in eine zweite Wirklichkeit zu verwandeln. Romanfiguren sind Stellvertreter all unserer nicht-gelebten Leben, die unsere Biographie begleiten. Mit ihnen können wir lesend und schreibend die Grenzen unseres Ichs sprengen, aus der historischen Zeit treten. Ebenso ist es uns jederzeit und simultan möglich, Kind und Erwachsener zugleich zu sein, nirgendwo und überall anwesend, und das Sehen, Schmecken, Riechen, Hören und Fühlen in einem solchen Maße zu verschmelzen, daß es uns mitunter den Kopf verdreht.
Auszug aus: Dankesrede zur Verleihung des Kulturpreises für Literatur des Landkreises Cuxhaven 1996, 22.11.1996.

Auskunft Autorin, Kölner Autorenlexikon

Aktualisiert 01.07.2021