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Ute Wegmann


Ute Wegmann © Thekla Ehling
Ute Wegmann
Köln
Bergisches Land, Hellweg, Münsterland, Niederrhein, Ostwestfalen, Regio Aachen, Rheinschiene, Ruhrgebiet, Sauerland, Südwestfalen, Westfalen komplett, Rheinland komplett
Kinder-/Jugendbuch, Funk, Film, Kritiken, Anthologie

Arbeitsproben (2)

 

Aus: HOOVER

Hoover – ein Liebesroman?
Ja, auch eine Art Liebesroman, aber auch die Geschichte einer Liebe. Der Liebe zwischen Enkel und Großvater. Einem Großvater, der die Welt bereist hat und jede Menge zu erzählen hat, und der sich einmischt, dem die Welt nicht egal ist, der von Kunst so viel Ahnung hat wie von Autos, ein Menschenfreund, der die Großmutter, die er in Paris kennenlernte, sehr vermisst:

Zitat: S. 30 Großvater:

"Ich spreche jeden Tag mit ihr. Wir frühstücken zusammen, dann erzähle ich ihr, was hier los ist. In Deutschland, mit den Balkonpflanzen und mit euch. Sie hört viel aufmerksamer zu als früher, weil sie nicht nebenbei kochen und waschen und putzen muss. Weil sie keine Blumen gießt, nicht an meinem Hemdkragen herumzieht und auch nicht die Stirn runzelt, wenn ich mittags schon ein Bierchen trinke. Sie besucht mich, sitzt auf dem Stuhl oder im Sessel mir gegenüber und lächelt. Herrlich ist das."
Wenn einer tot ist, ist er tot und weg, dachte Hoover und schwieg, weil er den Großvater nicht traurig machen wollte. Eine Oma, die hin und wieder zu Besuch kam, war im Grunde eine gute Erfindung gegen Traurigkeit und Alleinsein. Antworten auf wichtige Fragen gab sie allerdings nicht.


Aus: DUNKELGRÜN WIE DAS MEER

Aurelia aurita
Rund und glitzernd lagen sie auf feuchtem Sand
Wie Eiskristalle
An Land gespült
Aus einer fremden Welt
Regungslos und still
Sie waren viele

Sie sahen kühl aus und weich
Traurig
Zu kurz gelebt.
Das Meer würde sie zurückholen
Oder die Sonne sie vertrocknen

Ohrenquallen.
Sie funkelten auf dem Strand
still und ohrenlos
und auch sehr tot.

Mir war vorher nie aufgefallen, dass mein Vater Tiere mochte. Aber seine Gedichte handelten meistens von Tieren.

Einmal waren wir in der Türkei auf einer Hochzeit. Am Morgen saßen dicke Seemöwen auf unserer Dachterrasse. Sie klangen, als würden sie sich unterhalten. Mein Vater legte den Finger auf die Lippen, damit ich ihnen zuhörte.

"In jedem Land sprechen sie eine andere Sprache", flüsterte er. "Verrückt, oder?"

Er meinte natürlich die Möwen, und später schrieb er das Seemöwen-Gedicht.

Seemöwe mit Kind über den Dächern Istanbuls
achachachachachachach
oooh oooh ooh ooh oooh
hehehehehehehehehe
achachachachachachach
iiiih iiiih
hahahaha

Die holländischen Seemöwen kreischten oder sie schwiegen. Jedenfalls klangen sie völlig anders und benahmen sich auch anders als die Möwen in Istanbul.


Seit 1994 freie Redakteurin und Literaturkritikerin für den Deutschlandfunk (Büchermarkt). Autorin diverser Krimis für Erwachsene und Kinder. Seit 2005 freie Schriftstellerin. Von 2007-2011 Dozentin an der Universität Duisburg/Essen, Fachbereich Geisteswissenschaften, Thema Literaturverfilmungen. Moderationen im Bereich Literatur u.a. Diverse Vorträge zur Kinder- und Jugendliteratur an der PH Heidelberg, Universität Bielefeld, GEW u.a. 2003 und 2009 Realisierung zweier Kurzfilmprojekte (u.a. "Die besten Beerdigungen der Welt"). 2009-2018 Jury-Tätigkeiten (Litrix im Goethe-Institut/Friedrich-Gerstäcker-Preis). 2010-2017 Programmberatung lit.COLOGNE Kinderbuch. Seit 2010 Moderationen für die lit.COLOGNE. Seit 2012 Veranstalterin des Netzwerkprojektes HEIMSPIEL - Kölner Autoren lesen in Kölner Schulen (gefördert von Kunststiftung NRW, dem Kulturamt der Stadt Köln, dem Kultursekretariat NRW und der Fricke-Stiftung u.v.a.) – www.koelner-autoren-lesen.de. Seit 2018 Vorstandsmitglied des Literaturhaus Köln e.V.; Gründungsmitglied und Beirat Literaturszene Köln e.V.; Beiratsmitglied Frauenkulturbüro NRW e.V.

2019/2020 Werkprobenförderung des Kultursekretariats NRW
2016 Buch des Monats Juli der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e.V., Volkach (für: Dunkelgrün wie das Meer)
2016 Lesepeter der GEW (für: Dunkelgrün wie das Meer)
2016 Dreitägiges Werkstattstipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung in Cadenabbia, Italien
2012 Dreitägiges Werkstattstipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung in Cadenabbia, Italien
2010 Werkprobenförderung des Kultursekretariats NRW

Toni. Reihe Hanser/dtv: München 2017.
Dunkelgrün wie das Meer. Mit Illustrationen von Birgit Schössow. Reihe Hanser/dtv: München 2016.
Hoover. Reihe Hanser/dtv: München 2015.
Die besten Freunde der Welt. Mit Illustrationen von Sabine Wilharm. Reihe Hanser/dtv: München 2012.
Sommer war gestern. Reihe Hanser/dtv: München 2011.
Never alone. Reihe Hanser/dtv: München 2008.
Weit weg nach Hause. Reihe Hanser/dtv: München 2007.
Sandalenwetter. Reihe Hanser/dtv: München 2005.

in Auswahl:
 
Grüffelo-Vater Axel Scheffler zum 60. Geburtstag. Gespräch. DLF: 2018.
"Wenn ich für Kinder schreibe, ziehe ich keine Latzhose an." Kabarettist und Schriftsteller Franz Hohler. Gespräch. DLF: 2018.
Über Reduktion und Muße. Der zeichnerische Weg des Illustrators Jörg Mühle. Gespräch. DLF: 2018.
Zum Tod der Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger: "Ich sehe eigentlich nicht, dass der Rechtsrutsch aufhört." Gespräch. DLF: 2018.
Hermann Schulz zum 80. Geburtstag – In der Begegnung mit dem Fremden das Eigene entdecken. Gespräch. DLF: 2018.
Die amerikanische Schriftstellerin Lauren Wolk: "Mit uns selbst ehrlich zu sein, ist das Wichtigste." Gespräch. DLF: 2018.
Die besten 7. Gespräche am 1. Samstag des Monats zur monatlichen Bestenliste. DLF: seit 1994.

Es war einmal ein Zweimal. In: Die Sendung mit der Maus. Drehbuch: Ute Wegmann. Regie: Ute Wegmann. WDR: 2005.
Gehört das so? In: Die Sendung mit der Maus. Drehbuch: Ute Wegmann. Regie: Ute Wegmann. WDR: 2004.
Oma hüpf mal. In: Die Sendung mit der Maus. Drehbuch: Ute Wegmann. Regie: Ute Wegmann. WDR: 2004.

Die besten Beerdigungen der Welt. Kurzfilm. Drehbuch: Ute Wegmann (nach dem Kinderbuch von Ulf Nilsson und Eva Eriksson). Regie: Ute Wegmann. 2009.
Sein erster Fisch. Kurzfilm. Drehbuch: Ute Wegmann (nach einem Bilderbuch von Hermann Schulz). Regie: Ute Wegmann. 2003.

Tod im Delta. Reihe: Fang den Mörder. Uraufführung Gloria Theater Köln: 2003.
Italienisches Blut. Reihe: Fang den Mörder. Uraufführung Gloria Theater Köln: 2002.
Nur der Hamster kennt den Täter. Reihe: Fang den Mörder. Uraufführung Gloria Theater Köln: 2002.
Der Würstchenschreck. Reihe: Fang den Mörder. Uraufführung Gloria Theater Köln: 2002.
Arno ist weg. Reihe: Fang den Mörder. Uraufführung Gloria Theater Köln: 2002.

Unveröffentlichte Gedichte von Ute Wegmann. Auf: www.dasgedichtblog.de.

Wenn Sonntag ist. 40 kunterbunte Geschichten. Hörbuch-Anthologie der Kölner AutorInnen. Audio CD. Audio Media: München 2016.
Du hast Recht!. Anthologie. Audio CD. Headroom + UNICEF: Köln 2006.

Teufelskerl. In: Wenn Sonntag ist. 52 Geschichten zum Vorlesen. Hrsg. von Kölner AutorInnen. Loewe: Bindlach 2016.

in Zeitschriften:
Zum Hören verleiten. Es muss gut klingen, auch wenn es ein Verriss ist. In: kjl&m. Connected. Kinder- und Jugendmedien heute. 69. Jahrgang, 2.Vj. kopaed: München 2017.
Jede Adaption ist ein neues Original. Eine Geschichte – zwei Kunstwerke. Vom Bilderbuch zum Kinderfilm. In: kjl&m. Verfilmte Kinderliteratur. 10.extra. kopaed: München 2010.
ICH! Eine hörbare Zauberei. In: kjl&m: Ich! Identitäten in der Kinder- und Jugendliteratur. O9.extra. kopaed: München 2009.

Julia Donaldson, Axel Scheffler (Illustration): Der Grüffelo. Übersetzung ins Kölsche von Ute Wegmann. Beltz & Gelberg: Weinheim 2018.
August Kopisch, Eve Tharlet (Illustration): De Heizemänncher vun Kölle. Übersetzung ins Kölsche von Ute Wegmann. NordSüd: Zürich 2018.
Madeleine Sheen, Nicholas Elliott (Illustration): Dä bungkte Bösch. Übersetzung ins Kölsche von Ute Wegmann. Librio: Zürich 2018.
Judith Kerr: Geschöpfe – Mein Leben und Werk. Übersetzung aus dem Englischen von Ute Wegmann. Edition Memoria: Hürth 2018.

Autorenprofil. Auf: www.perlentaucher.de.

Zu: Dunkelgrün wie das Meer
Geschickt verwebt Wegmann die Geographie des Urlaubsortes, eine Feriensiedlung in Zeeland, und die Stimmungen der Natur mit Linns Seelenpein.
Von: Eva-Maria Magel. Erschienen in: FAZ, 04.07.2016.

Zu: Hoover
Mitreißend schildert Ute Wegmann Hoovers Abenteuer, das mitunter an Kästner’sche Geschichten erinnert und Familie, Loyalität, Liebe und Verantwortungsbewusstsein ins Zentrum rückt.
Von: Dr. Alexandra Ritter. Erschienen in: Erziehung und Wissenschaft, Zeitung der GEW, April 2016.

Zu: Die besten Freunde der Welt
Eine tolle (und lustige) Geschichte über Freundschaft, Mut und das Überwinden der eigenen Ängste.
Erschienen in: NDR Info, Mikado, 06.01.2013.

Zu: Never Alone
Ute Wegmann gelingt es, in ihrer Geschichte wie auch im Tonfall des Erzählens die Bälle flach zu halten und ihnen trotzdem einige Wucht zu geben.
Von: Fridtjof Küchemann. Erschienen in: FAZ, 17.01.2009.

Zu: Weit weg nach Hause
In der Realität gibt es nicht immer ein happy End, wie in dieser anrührenden Geschichte, aber wer sie liest, achtet vielleicht [...] auf die versteckten Hilferufe und Signale unglücklicher Kinder.
Von: Hilde E. Menzel. Erschienen in: SZ, 02.02.2007.

Schreiben bedeutet für mich in eine andere Lebenswirklichkeit abtauchen, etwas Neues lernen, Dinge aus einer anderen Perspektive betrachten.
Und zum Schreiben gehören Lesungen und die Fragen junger Menschen, mit denen ich im Gespräch bleiben möchte.

Autor*innenauskunft

Aktualisiert 06.02.2020