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Sarah Wedler


Sarah Wedler © privat / Martin Urner
Sarah Wedler
1986
Hattingen
Ruhrgebiet (Essen, Mühlheim, Oberhausen)
Bergisches Land, Hellweg, Ostwestfalen, Regio Aachen, Ruhrgebiet, Südwestfalen
Thriller/Kriminalroman, Film, Anthologie

Pressedaten

Erläuterungen und Bedingungen

Pressefotos und Logos zum Download in der Datenbank LITon.NRW

Das Westfälische Literaturbüro in Unna e.V. pflegt im Rahmen der NRW-Literatur-Online-Datenbank LITon.NRW (ehemals www.nrw-literatur-im-netz.de) seit Herbst 2003 eine Foto-Datenbank mit hochauflösenden Fotos von Autor*innen sowie Fotos und Logos von literarischen Institutionen und Projekten aus NRW. Der Service richtet sich an Medien und Literaturveranstalter*innen, die auf diese Weise unkompliziert an Pressefotos und/oder Logos gelangen können. Dieser Service ist (in der Regel) kostenlos. Wenn ein*e Autor*in / eine Institution / ein Projekt Pressefotos bzw. Logos zur Verfügung gestellt hat, ist unter dem jeweiligen Profilfoto das bzw. die entsprechende/n Symbol/e aktiv (anklickbar). Klickt man darauf, klappt bei den Pressefotos ein neues Menü aus, worüber sich das/die Foto/s herunterladen lassen; bei den Logos öffnet sich direkt ein neues Fenster, worüber diese direkt heruntergeladen werden können. Einem Download steht nichts entgegen, wenn die folgenden Nutzungsbedingungen akzeptiert werden:

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Für die Bereitstellung von Fotos und Logos im Download-Bereich von LITon.NRW entstehen Autor*innen, literarischen Institutionen und Projekten keinerlei Kosten. Die Zurverfügungstellung des Fotos und/oder Logos erfolgt jedoch prinzipiell honorarfrei. Auch das Westfälische Literaturbüro in Unna e.V. als Betreiber der NRW-Literatur-Online-Datenbank stellt potenziellen Nutzer*innen dieses Services keinerlei Kosten in Rechnung. Es wird lediglich ein möglichst einfaches Verfahren angeboten, schnell an Fotos bzw. Logos für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu gelangen. Das Westfälische Literaturbüro übernimmt aus diesem Grunde auch keinerlei Haftung, falls die Download-Fotos/-Logos nicht für den Zweck der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Veranstalter*innen u.ä. genutzt werden.

Pressebild(er)

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Arbeitsproben (1)

 

Die Muse des Mörders – Kapitel 1

1.

Die Hitze war unerträglich und sein Hemd klebte binnen weniger Sekunden an seinem Körper. Staubflocken wirbelten durch die Gänge des Kellergewölbes und mit jedem Schritt, den Dominik Greve vorwärts tat, wurde der Geruch von Weihrauch, vermischt mit dem süßlichen Duft von Flieder und Verwesung, stärker.
Er wusste, dass es falsch war, allein herzukommen, doch sein Ehrgeiz hatte ihn leichtsinnig werden lassen. Instinktiv schloss er die Hand fester um die Glock 17 und schlich weiter durch die Schwärze, bis er ein Geräusch vernahm. Er presste sich gegen die Wand, starrte den Gang hinunter und lauschte. Unter das Heulen des Windes und das Scharren der Taubenkrallen auf den Fenstervorsprüngen mischte sich jetzt eine leise Melodie. Ihr Klang war ähnlich wie die Töne aus der Blockflöte seiner Tochter, nur heller und klarer. Ein Adrenalinschub ließ sein Herz schneller schlagen, als er vor sich das Flackern von Kerzen entdeckte. Sie war hier und er war nur noch wenige Meter davon entfernt, dem Spuk endlich ein Ende zu machen.
Als er weiterging, hatte er das Gefühl, anstatt über den feuchten Steinboden über Watte zu laufen. Obwohl er sich trotz seiner Körpergröße nahezu lautlos bewegte, fürchtete er, dass sie ihn hören und die Flucht ergreifen würde. In dem Labyrinth aus Fluren und Räumen würde sie ihm zweifellos entkommen, und das konnte er nicht riskieren. Er hatte fast zwei Jahre auf diese Chance gewartet.
Das Kerzenlicht vor ihm wurde heller und der Fäulnisgeruch steigerte sich so stark, dass Dominik die Luft anhielt, um sich nicht zu übergeben. Sie musste sich hinter der nächsten Biegung befinden. Er entschied sich gegen das Überraschungsmoment, spähte um die Ecke und wäre beinahe schreiend zurückgeprallt. Von bunt gefärbten Flüssigkeiten in gläsernen Fläschchen umgeben, saß Catharina Vecina auf dem Boden. In der einen Hand hielt sie eine Flöte, auf der sie immer wieder die gleiche Melodie spielte, in der anderen den Leichnam eines Babys. Ehe Dominik reagieren konnte, nahm sie das Instrument von den Lippen und sah ihn an. Der Blick aus ihren grauen Augen schien sich direkt in ihn zu bohren, auch wenn er sicher war, dass sie ihn im Schatten der Wände nicht erkennen konnte.
»Ich wusste, dass du kommen würdest. Margaretha hat so viel von dir erzählt.« Die heisere Stimme passte zu ihrem runzeligen Äußeren, das Dominik erstaunte. Er wusste, dass sie kaum älter als vierzig sein konnte.
Er trat vor und richtete die Glock auf ihre mit Ketten behängte Brust.
»Sie sind verhaftet. Legen Sie alles aus den Händen und stehen Sie auf.«
Vecina verzog den Mund zu einem Lächeln und platzierte die Flöte übertrieben langsam auf dem Boden. Sie hauchte dem Leichnam einen Kuss auf die Stirn und bettete ihn auf einen Haufen aus bestickten Tüchern. Die Behutsamkeit, mit der sie das tat, machte ihm den Grad ihrer Geistesgestörtheit nur umso deutlicher.
Dominik spürte die Gefahr, die von der dürren Frau ausging, und behielt jeden ihrer Handgriffe genau im Auge, um im Notfall sofort reagieren zu können. Vecina erhob sich, wobei ihr Blick erneut auf das Baby fiel.
»Es war zu schwach, um zu überleben, und hätte seine Mutter mit in den Tod gerissen«, sagte sie, während sie über die Giftfläschchen hinwegstieg. »Wusstest du, welch heilende Wirkung dem Blut eines Säuglings zugesprochen wird? Es heilt die Seele, Dominik. Jede Seele.«
»Ihre Hände. Ausstrecken!« Dominik würde sich nicht aus der Fassung bringen lassen. Er vermied es, das Baby anzusehen, und konzentrierte seinen Blick auf die Arme der Hexe. Als er ihr die Handschellen anlegte, stieß sie einen tiefen Seufzer aus, sonst nichts.


Nadine d’Arachart und Sarah Wedler, geboren 1985 und 1986 in Hattingen, studieren Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum und schreiben seit mehr als zehn Jahren gemeinsam. Neben zahlreichen Veröffentlichungen in Anthologien und Jahrbüchern erhielten sie verschiedene Preise für ihre Kurzgeschichten und Drehbuchideen. Außerdem nahmen sie am Finale des Open Mike 2011 teil. Zuletzt wurden sie im November 2012 mit dem Förderpreis des Literaturbüro Ruhr ausgezeichnet. Ihr erster Roman "Die Muse des Mörders", ein Remake des Hoffmann-Klassikers "Das Fräulein von Scuderi", ist im Frühjahr 2012 im österreichischen Labor Verlag erschienen. Ihr zweites Buch, der Thriller "Abgründe" wurde im April 2012 als E-Book veröffentlicht. Ihr dritter Thriller erscheint im Frühjahr 2013 als Printausgabe unter dem Namen "Nebelflut". Außerdem wird, ebenfalls im Frühjahr 2013, die Kurzgeschichtensammlung "linie 14, letzte reihe, ich" erscheinen.

(Auswahl)
2012 Förderpreis zum Literaturpreis Ruhr 2012
2011 Finale des Berliner Open Mike 2011
2009 Gewinner des Ideale Literaturpreises
2009 1. Platz/ Jurypreis des Hattinger Kubischu Literatur-Förderpreises
2009 2. Platz beim Green Me Story Wettbewerb im Rahmen der 59. Berlinale
2008 3. Platz beim Aachener Drehbuchpreis

linie 14, letzte reihe, ich. Projekt Verlag: Bochum 2013.

Nebelflut. Telescope Verlag: Mildenau 2013.
Abgründe. Satzweiss.com-chichili agency: Saarbrücken 2012.
Die Muse des Mörders. Labor Verlag/ edition a: Wien 2012.

Beiträge in:
Druckstellen. Ausgewählte Texte aus dem Zweiten Ruhrgebiets-Literaturwettbewerb. Till Beckmann und Kathrin Butt (Hg.). Klartext-Verlag: Essen 2012.
Fließen. Anthologie des Autorenverbandes Franken e.V. zum Schaeff-Scheefen-Preis 2012. Norbert Autenrieth und Wilfried Conrad (Hg.). Königshausen & Neumann: Würzburg 2012.
Noch mehr Schoten. Neue Geschichten aus'm Pott. Heike Wulf (Hg.). Schreiblust-Verlag: Dortmund 2012.
Best of Wort-Café '11. Bochum Dortmund Essen. Heike Wulf (Hg.). OCM Verlag: Dortmund 2012.
B.O.E.P.. Best of Electronic Publishing 2011. Satzweiss.com: Saarbrücken 2012.
Ungesehene Tränen. Anthologie zum Literaturwettbewerb Kinderarmut. Sandra Grünwald (Hg.). Custos Verlag: Solingen 2011.
19. open mike. Internationaler Wettbewerb junger deutschsprachiger Prosa und Lyrik. Literaturwerkstatt Berlin. Allitera Verlag: München 2011.
Zwischen-Menschliches. Meike-Schneider-Literaturpreis 2009. Swantje Eibach-Danzeglocke (Hg.). o.V.: o.O. 2009.

Autor*innenauskunft

Aktualisiert 10.02.2020