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Sabine Hinterberger


Sabine Hinterberger © Sabine Hinterberger
Sabine Hinterberger
1968
Altena
Iserlohn
Iserlohn
Südwestfalen, Westfalen komplett
Prosa, Kinder-/Jugendbuch
Südengraben 17 (Apt. 4)
58636 Iserlohn
0157-77530060

Pressedaten

Erläuterungen und Bedingungen

Pressefotos und Logos zum Download in der Datenbank LITon.NRW

Das Westfälische Literaturbüro in Unna e.V. pflegt im Rahmen der NRW-Literatur-Online-Datenbank LITon.NRW (ehemals www.nrw-literatur-im-netz.de) seit Herbst 2003 eine Foto-Datenbank mit hochauflösenden Fotos von Autor*innen sowie Fotos und Logos von literarischen Institutionen und Projekten aus NRW. Der Service richtet sich an Medien und Literaturveranstalter*innen, die auf diese Weise unkompliziert an Pressefotos und/oder Logos gelangen können. Dieser Service ist (in der Regel) kostenlos. Wenn ein*e Autor*in / eine Institution / ein Projekt Pressefotos bzw. Logos zur Verfügung gestellt hat, ist unter dem jeweiligen Profilfoto das bzw. die entsprechende/n Symbol/e aktiv (anklickbar). Klickt man darauf, klappt bei den Pressefotos ein neues Menü aus, worüber sich das/die Foto/s herunterladen lassen; bei den Logos öffnet sich direkt ein neues Fenster, worüber diese direkt heruntergeladen werden können. Einem Download steht nichts entgegen, wenn die folgenden Nutzungsbedingungen akzeptiert werden:

Alle Rechte vorbehalten. Die Bildmaterialien dürfen lediglich für die redaktionelle Berichterstattung bzw. von Veranstalter*innen für ihre Öffentlichkeitsarbeit unter Angabe des Copyrights bzw. des*der Urhebers*Urheberin (falls im Datensatz angegeben) honorarfrei verwendet werden. Andere Nutzungen, insbesondere jede Art von kommerzieller Verwendung des vorliegenden Materials außerhalb der Medienberichterstattung oder Veranstaltungswerbung, ist ausdrücklich untersagt. Mit dem Download von Fotos bzw. Logos stimmt der*die Nutzer*in dieser Regelung ausdrücklich zu.

Infos für Autor*innen, literarische Institutionen und Projekte

Für die Bereitstellung von Fotos und Logos im Download-Bereich von LITon.NRW entstehen Autor*innen, literarischen Institutionen und Projekten keinerlei Kosten. Die Zurverfügungstellung des Fotos und/oder Logos erfolgt jedoch prinzipiell honorarfrei. Auch das Westfälische Literaturbüro in Unna e.V. als Betreiber der NRW-Literatur-Online-Datenbank stellt potenziellen Nutzer*innen dieses Services keinerlei Kosten in Rechnung. Es wird lediglich ein möglichst einfaches Verfahren angeboten, schnell an Fotos bzw. Logos für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu gelangen. Das Westfälische Literaturbüro übernimmt aus diesem Grunde auch keinerlei Haftung, falls die Download-Fotos/-Logos nicht für den Zweck der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Veranstalter*innen u.ä. genutzt werden.

Pressebild(er)

Sabine Hinterberger © Ina Hornemann
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Arbeitsproben (1)

 

Aus: WENN WÖRTER UNS HALTEN - MIT MIA UND HERRN KLAUBER DURCH ISERLOHN

Herr Klauber, Kalenderblattabreißer
Er saß immer am selben Tisch im TreppenCafé. Das hatte in diesem Sommer am Fritz-Kühn-Platz eröffnet. Hier am Rand der neu angelegten Stadtgärten war, drinnen und draußen, immer etwas los. Er saß nicht an den niedrigen, runden Tischen mit den Sesseln, sondern an den hohen Tischen mit den Stühlen. Das war seit dem Bandscheibenvorfall vor zehn Jahren besser für seinen Rücken.
Jeden Tag saß er da und trank einen Kaffee mit Milch und zwei Stück Zucker. Es war kein Automatenkaffee. Filterkaffee, den er nachmittags immer mit seiner Frau getrunken hatte. In der Woche zu Hause und am Sonntag gemeinsam bei Spetsmann. Dann gönnten sie sich ein Stück Käsekuchen dazu.
"Herr Klauber, Ihre Tasse Kaffee und ein Stück Käsekuchen! Bitte sehr!"
"Danke, sehr freundlich von Ihnen, liebe Monika!" Herr Klauber stellte die Tasse Kaffee links neben seinen Kuchenteller, drehte sie herum und legte die Gabel mit der Serviette zwischen Tasse und Teller. Er war Linkshänder, daher war seine Sicht der Welt seit jeher eine andere als die der meisten.
Doch hier war das einerlei. Hier konnte er so sein, wie er war. Im letzten Jahr ohne seine verstorbene Frau Klara war das TreppenCafé mit den Menschen, denen er hier begegnete, ein Stück zu seinem Zuhause geworden.
"Und jetzt der Kalenderspruch, Herr Klauber. Welchen Spruch haben Sie uns heute mitgebracht?", fragte Monika, die dem Café ihren besonderen Charme verlieh, weil sie nie einen Unterschied zwischen ihren Gästen von der Treppe und denen im Anzug machte. Sie hieß alle gleich willkommen.
Herr Klauber zog den abgerissenen Kalenderzettel vom 10. März aus seiner Hosentasche:
"Im Gleichgewicht kann alles nur eine gewisse Zeit bleiben." Früher hatte er seiner Frau jeden Morgen den Spruch des Tages vorgelesen. Heute nahm er ihn mit hierher und las ihn vor.

Mia, Café-Schreiberin
Als Herr Klauber von seiner Tasse Kaffee und seinem Stück Käsekuchen aufschaute, saß sie noch genauso da wie vor einer Viertelstunde, als er das TreppenCafé betreten hatte. Regungslos hielt sie den Kopf gesenkt, den Blick starr auf die aufgeschlagene Schreibkladde geheftet, die vor ihr lag. Neben ihrem Sessel stand ein grüner Seemannsrucksack. Sie trug verwaschene Jeans, ein zerknittertes, viel zu großes blaues Hemd und altrosafarbene Boots. Die erkannte Herr Klauber sofort wieder, weil seine Enkelin Miriam sich die auch zu ihrem 16. Geburtstag in diesem Laden mit dem englischen Namen Like you gekauft und ihm stolz gezeigt hatte.
Ihre Haare waren schwarz und zerzaust. Die Brille war dunkel und eckig, an den Seiten dunkelblau, schmaler. Wie alt sie war, konnte er nicht so recht schätzen, bestimmt nicht viel älter als Miriam, dachte er. Herr Klauber war so sehr fasziniert von ihrer bewegungslosen Konzentration, dass ihm die neuen Lampen vor den Fenstern des Cafés erst gar nicht auffielen. Sie sahen aus, wie mit gold schimmerndem Reißpapier beklebt, und, weil die Sonne schien, huschte ab und zu ein Sonnenstrahl auf das weiße Blatt Papier der jungen Frau.
In der linken Hand hielt sie einen Stift, der, so schien es ihm, über dem Blatt schwebte und nur darauf wartete, endlich auf dem Papier eine wunderbare Wortlandung hinzulegen.
"Keine Worte sind eine Bruchlandung, und geklatscht wird dann nicht mehr!" Mit diesen Worten hob sie den Kopf und blickte ihn geradewegs an.
Herr Klauber erschrak, als er ihre gesprochenen Worte so unvermutet neben seinem Kuchenteller vorfand. Er hatte sich nicht verhört, sie hatte in seine Richtung gesprochen.
"Ich bitte vielmals um Entschuldigung, wenn ich Sie in Ihrer Wortfindung gestört haben sollte und jetzt dafür verantwortlich bin, dass Ihre Worte Ihnen den Dienst verweigern!" Herr Klauber versuchte ein entschuldigendes Lächeln.
Sie lächelte nicht und schaute wieder auf die leere Seite. "Woher wissen Sie, dass es eine leere Seite ist?", fragte sie von ihrem Tisch noch einmal herüber.
"Ich nehme es doch an, sonst würde Ihre Hand schon längst über das Papier fliegen, oder irre ich mich da?"
"Ja, das tun Sie. Die Worte sind längst da, sie stehen auch schon Schlange hinter der Seite, doch ich kann mich noch nicht entscheiden, welche ich aufschreibe und welche nicht. Die, die ich nicht auswähle, werden mir das übel nehmen, was ich verstehen kann, und deshalb muss ich immer sehr sorgfältig auswählen, welchem Wort ich den Vorzug vor den anderen gebe."
"Sollten Sie sich selbst und Ihren Worten nicht vielleicht eine Pause gönnen und sich von mir zu einem Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee einladen lassen?", hörte sich Herr Klauber sie fragen und sah an ihrem erstaunten Gesichtsausdruck, dass sie nicht weniger überrascht war als er selbst.
Sie schaute noch einmal auf ihre Schreibkladde, legte den Stift daneben und klappte sie zu.
"Vielleicht haben Sie recht." Sie stand auf und kam an seinen Tisch. "Ich bin Mia und Café-Schreiberin, komme aus Wuppertal und kann Gedanken schmecken."
"Ich bin Franz Klauber und Café-Genießer, lebe hier in Iserlohn und bin täglicher Kalenderspruch-Abreißer."
Mia lachte tatsächlich ein wenig. "Welchen haben Sie heute abgerissen?"
"Er setzt sich an eines Tisches Mitte, nimmt zwei Bücher – und schreibt das dritte." Herr Klauber schob den Kalenderzettel zu ihr hin.
Mia nickte und nahm ihn vorsichtig in die Hand. "Wilhelm Busch!" Sie drehte sich herum und ging zur Theke, um zu bestellen.


Geboren 1968. Die gebürtige Altenaerin lebt und arbeitet heute in Iserlohn. Sie ist Sozialarbeiterin, Autorin, Leiterin eines Schreibcafés, Absolventin des Masterstudiengangs Biografisches und Kreatives Schreiben (#bks11) der ASH Berlin, SchreibTRaum-Erfüllerin, Kaffeegenießerin, Kinogängerin und lässt sich durch die Begegnungen mit den Menschen in ihrer Stadt zu ihren Geschichten inspirieren.

2012: 1. Platz bei der Iserlohner Stadtspiegel-Aktion, Meine Iserlohngeschichte (für: Come away with me)
2011: Sieger im Schreibwettbewerb "Geschichten aus Iserlohn" im Rahmen der NRW-Literaturtage.
2004: Gewinnerin des Iserlohner Kurzkrimi-Wettbewerbs (für: Dockers in blau-gelb).
2004: Zweiter Platz beim Literaturwettbewerb der Volkshochschule Volmetal in Kierspe (für: Wolkenvogel).
2003: Text des Monats März 2003 der Schreibhausakademie Bochum (für: Hör auf!).
2001: Text des Monats März 2001 der Schreibhausakademie Bochum (für: Ich bin schon da).

Henni trifft das Iserlohner Schreibcafé. Wandkalender mit monatlichen Miniaturen. o.V.: Iserlohn 2021.
Mit Henni und dem Kopf in den Wolken durchs Jahr. Wandkalender mit monatlichen Miniaturen. o.V.: Iserlohn 2020.
Wenn Wörter uns halten – Mit Mia und Herrn Klauber durch Iserlohn. Mönnig: Iserlohn 2015.
Von Drachen, Rittern und Chili. Mit Illustrationen v. Tanja Graumann. Druckerei Nolte: Iserlohn 2012.
Montagsstille. BoD: Iserlohn 2012.
Ungewöhnliche Begegnungen. Mitautorin der Anthologie. o.V.: Iserlohn 2010.
Kopfüber und aus heiterem Himmel. Layout v. Tanja Graumann. pro literatur: Iserlohn 2007.
Scheißspiel. Layout v. Tanja Graumann. pro literatur: Iserlohn 2006.
Onkel Willi, warum weinst du? Gem. mit C.H. Kipper. Mit Holzschnitten von H.D. Gölzenleuchter. Hrsg. vom Stadtmuseum Iserlohn in Zusammenarbeit mit der Edition Wort und Bild: Bochum 2004.
Vollmond in blau. Kurzroman. Schreibhaus e.V.: Bochum 2003.
Blauer Vollmond im Milchkaffee. Erzählung. Neuthor: Michelstadt 2002.

Auf Noahs Spuren. Hrsg. von Evangelische Jugend Hagen: Hagen 2005.
Briefe aus dem Dunkeln. Ein Comic. Nach den Erzählungen von Carl Heinz Kipper. Hrsg. von Stadt Iserlohn, Fachbereich Soziales, Jugend, Schule, Sport, Jugendschutz: Iserlohn 2005.
Seit heute offline. Eine-Online-Erzählung. Grabbe-Seminar, Fernuniversität Hagen: Hagen 2005.
Matilda und die alte Synagoge. Jugendamt der Stadt Schwerte: Schwerte 2002.
Mathias und der Mensch aus Bronze. Jugendamt der Stadt Iserlohn: Iserlohn 2000.

Die Laterne im Fenster. Hörbuch. SprecherInnen: Friedrich Grotjahn, Sabine Hinterberger. Fölok Iserlohn: Iserlohn 2008.

In: Anthologie zum Literaturwettbewerb 2017. Weibergeschichten – Schöne neue Welt. Hrsg. von Arbeitskreis der Gleichstellungsbeauftragten des Märkischen Kreises. Mönnig: Iserlohn 2017.
Dark Blue. In: Andere Liebe. Ein Kopfkissenbuch. 24 Autoren schreiben über "Andere Liebe". Hrsg. von Gerhild Tieger. Autorenhaus: Berlin 2016.
In: Zauberhafte Welten. Anthologie. Hrsg. von Andrea Reichart. Oldigor: Rhede 2013.
Der Mann auf dem Einrad. In: SchreibhausEffekte. Sonderausgabe. Schreibhaus e.V.: Bochum 2003.
Der dunkelrote Panther. In: Mord im Kurs. 13 Kriminalgeschichten. VHS Volmetal: Kierspe 2003.

Wir haben einfach gemacht - Einblicke in die Arbeit von Frauen für Frauen. Broschüre. Hrsg. von Gleichstellungsstelle der Stadt Iserlohn. Iserlohn 2022.

Schreiben, Kaffee und Geschichten ...
Unterhalb einer Burg, am zehnten Tag des Monats Mai im Jahr 1968, geboren, lebe und arbeite ich heute als Diplom-Sozialarbeiterin und Schriftstellerin in der einzigen Stadt in NRW, in der eine Autobahnbrücke über einen Ausflugssee führt, auf dem man des Nachts und bei Vollmond mit dem Tretboot um die Brückenpfeiler Slalom fahren kann.
Wenn ich wieder festen Boden unter den Füßen habe, schreibe ich, mit Kaffee und in Cafés, auf der Straße, mitten in der Stadt, unterwegs, mit und ohne Tretroller.
Wenn ich schreibe, tritt alles andere in den Hintergrund und ist alles an seinem Platz.

Auskunft Autorin

Aktualisiert 09.02.2022