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Sebastian Ybbs


Sebastian Ybbs © privat
Sebastian Ybbs
1960
Aachen
Aachen Euregio
Regio Aachen
Prosa, Bühne/Drama

Arbeitsproben (3)

 

aus: Ein Außerirdischer in der Wallonie

Eine Zukunft zu haben ist etwas Feines. Tag für Tag Gedanken darüber zu verlieren, was Morgen, was im Verlauf der Woche und was in diesem Jahr passieren wird, kann hingegen zum Zwang werden. Wenn man darunter die Gegenwart verliert, dann mutiert auch die Zukunft zu einem unwirklichen Gebilde.


aus: Der Mann im Schatten

Licht kann man nicht hören und einen Schrei kann man nicht sehen.
"Ich habe den Vorteil, dass ich der Leere eine Gedankenwelt entgegen setzen kann." Alfred lacht in ein Vakuum hinein.
Das Wesentliche, an das ich denke, ist nicht politisch, es sind die menschlichen Aspekte, es ist die Tragödie, das Feinsinnige unserer Empfindungen, das man über das Große und Ganze stellen muss.


Ein paar Aphorismen

Ich schreibe, weil ich Gedankenlöcher füllen will.


Worte nehmen den Ereignissen ihren Geruch.
Dagegen werde ich jetzt anstinken.


Wenn der Geist mehr einfordert,
als das Leben zu bieten hat,
ist Illusion alles


Ich liebe den Extremismus wenn er lächelt
nicht, wenn er zerstört


Ich habe die Ewigkeit schon gewonnen,
aber ich kann sie nicht festhalten


Wer durch die Räume von Sebastian Ybbs geht, kann sich nicht sicher sein, ob er es mit einem Bildhauer zu tun hat, einem Philosophen, Musiker oder Schriftsteller. De facto bewegt er sich auf allen diesen Gebieten. Doch diese Disziplinen bleiben nicht nebeneinander stehen; seine Schriften resultieren aus der gegenseitigen Befruchtung all dieser Metiers. Auch wenn sich Ybbs nach dem Aufsammeln von Gedanken, Eindrücken und Emotionen zum Schreiben in seinen "Elfenbeinturm" zurückzieht, liest man aus seinen Romanen stets eine lebensnahe Vertrautheit heraus.

Die Gedankentauscher. Roman. Schardt: Oldenburg 2013.
Der Mann im Schatten und der Motorradfahrer auf dem Eis. Roman. Schardt: Oldenburg 2012.
Ein Außerirdischer in der Wallonie. Erzählung. Schardt: Oldenburg 2010.
Der Niedergang des Rod U. Roman. Novum: Neckenmarkt 2008.

Beim Schreiben meiner Romane entstehen viele "Nebenprodukte", die ich als Aphorismen, Kurztexte, existenzialistische Beobachtungen, analytische Abhandlungen über das Schreiben oder Klang-Sprachliche Texte festhalte. Mit diesen Produkten aus meiner "Gedankenfabrik" gestalte ich meine individuell inszenierten Lesungen.

Ernste Themen werden lebendig inszeniert, Zwischentöne regen zum Nachdenken an und heitere Texte geben der Veranstaltung einen besonderen Esprit. Der Zuhörer soll mitgerissen werden, sich mit den Figuren identifizieren oder als Beobachter greifbar nah an dem Vorgetragenen teilhaben.
www.sebastian-ybbs.de

Autor*innenauskunft

Aktualisiert 29.01.2020