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Cornelia Ertmer


Cornelia Ertmer © Walter Ertmer
Cornelia Ertmer
1953
Recklinghausen
Herzebrock
Dortmund/Ruhrgebiet
Bergisches Land, Münsterland, Ostwestfalen, Ruhrgebiet, Sauerland, Südwestfalen, Westfalen komplett, Rheinland komplett
Prosa, Lyrik, Sachbuch, Herausgeberschaften, Anthologie
Kurze Straße 11
44137 Dortmund
0163-8703996

Pressedaten

Erläuterungen und Bedingungen

Pressefotos und Logos zum Download in der Datenbank LITon.NRW

Das Westfälische Literaturbüro in Unna e.V. pflegt im Rahmen der NRW-Literatur-Online-Datenbank LITon.NRW (ehemals www.nrw-literatur-im-netz.de) seit Herbst 2003 eine Foto-Datenbank mit hochauflösenden Fotos von Autor*innen sowie Fotos und Logos von literarischen Institutionen und Projekten aus NRW. Der Service richtet sich an Medien und Literaturveranstalter*innen, die auf diese Weise unkompliziert an Pressefotos und/oder Logos gelangen können. Dieser Service ist (in der Regel) kostenlos. Wenn ein*e Autor*in / eine Institution / ein Projekt Pressefotos bzw. Logos zur Verfügung gestellt hat, ist unter dem jeweiligen Profilfoto das bzw. die entsprechende/n Symbol/e aktiv (anklickbar). Klickt man darauf, klappt bei den Pressefotos ein neues Menü aus, worüber sich das/die Foto/s herunterladen lassen; bei den Logos öffnet sich direkt ein neues Fenster, worüber diese direkt heruntergeladen werden können. Einem Download steht nichts entgegen, wenn die folgenden Nutzungsbedingungen akzeptiert werden:

Alle Rechte vorbehalten. Die Bildmaterialien dürfen lediglich für die redaktionelle Berichterstattung bzw. von Veranstalter*innen für ihre Öffentlichkeitsarbeit unter Angabe des Copyrights bzw. des*der Urhebers*Urheberin (falls im Datensatz angegeben) honorarfrei verwendet werden. Andere Nutzungen, insbesondere jede Art von kommerzieller Verwendung des vorliegenden Materials außerhalb der Medienberichterstattung oder Veranstaltungswerbung, ist ausdrücklich untersagt. Mit dem Download von Fotos bzw. Logos stimmt der*die Nutzer*in dieser Regelung ausdrücklich zu.

Infos für Autor*innen, literarische Institutionen und Projekte

Für die Bereitstellung von Fotos und Logos im Download-Bereich von LITon.NRW entstehen Autor*innen, literarischen Institutionen und Projekten keinerlei Kosten. Die Zurverfügungstellung des Fotos und/oder Logos erfolgt jedoch prinzipiell honorarfrei. Auch das Westfälische Literaturbüro in Unna e.V. als Betreiber der NRW-Literatur-Online-Datenbank stellt potenziellen Nutzer*innen dieses Services keinerlei Kosten in Rechnung. Es wird lediglich ein möglichst einfaches Verfahren angeboten, schnell an Fotos bzw. Logos für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu gelangen. Das Westfälische Literaturbüro übernimmt aus diesem Grunde auch keinerlei Haftung, falls die Download-Fotos/-Logos nicht für den Zweck der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Veranstalter*innen u.ä. genutzt werden.

Pressebild(er)

Cornelia Ertmer © Walter Ertmer
Copyright
Cornelia Ertmer © Walter Ertmer
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Arbeitsproben (1)

 

(ohne Titel)

So von Nahem betrachtet, fürchtet sich das Kind beinahe noch mehr vor dem fremden Mädchen. Der Blick aus Ritas Augen ist ihm unheimlich.
Die Mutter gibt Rita trockene Kleider, abgelegte. Rita ist, wie sich herausstellt, so alt wie das Kind, aber viel kleiner. Sie sieht hungrig aus und zittert vor Kälte.
Rita ist  neu in der Stadt. Die Mutter fragt. Nein, in der Schule ist sie noch nicht gewesen. Aber nächste Woche soll sie gehen. In die erste Klasse. Und die Blätter? Rita zuckt die Schultern. Die Mutter fragt nicht weiter.
Rita bekommt die Reste vom Mittagessen. Die Mutter sagt nichts, obwohl Rita frisst wie ein Schwein. Die Gabel übervoll, stopft sie mit den Händen nach, was nicht schnell genug in den Mund passen will.
Mund auf, kauen, schmatzen, schlucken, Mund auf, kauen, schmatzen, schlucken.
Dabei wird in der Familie sehr viel Wert auf Tischmanieren gelegt. Man führt die Gabel und den Löffel zum Mund, nicht umgekehrt. Mit den Fingern essen ist streng verboten. Den Mund darf man nicht zu voll machen. Das ist unfein und sieht gierig aus. Beim Kauen bleibt der Mund zu. Schmatzen ist unanständig.
Aber Rita isst den Teller leer. Braves Kind. Wer seinen Teller leer isst, bekommt auch Nachtisch. Wer seinen Teller nicht leer isst, muss so lange am Tisch sitzen bleiben, bis der Teller leer ist. Leer gegessene Teller sind wichtig. Aufessen ist wichtig. Nicht aufessen heißt, Gottesgabe verschwenden. Das ist Sünde.
Rita sündigt nicht. Sie isst alles und alles auf.
Rita sei ein armes Kind, sagt die Mutter später. Sie wohne in Klein Korea, der Siedlung, wo erst die Flüchtlinge und andere heimatlose Menschen nach dem Krieg untergekommen sind. In Baracken. Und statt der Flüchtlinge leben nun diese Asozialen da. Armen Kindern muss man helfen. Sie können ja nichts dafür, hat die Mutter erklärt.


Geboren am 29. März 1953 in Recklinghausen. Im Alter von fünf Jahren wurde Cornelia Ertmer mit der Familie in eine Kleinstadt im Münsterland verschlagen. Immer wieder jedoch zog es sie ins Ruhrgebiet zurück. Seit einigen Jahren lebt sie abwechselnd in Dortmund und Herzebrock.
Nach dem Abitur studierte sie Germanistik und Romanistik in Göttingen und Münster. Später kamen die Fächer praktische Philosophie (Ethik) und Darstellen und Gestalten hinzu. Außerdem studierte die Autorin Sprecherziehung (Abschluss DGSS) im Centrum für Rhetorik in Münster. Im Bereich Sprecherziehung veröffentlichte sie in den einschlägigen Fachzeitschriften zahlreiche Artikel zum Hören, Lesen und Sprechen. Sie ist Mitglied des Sprecherzieherverbandes DGSS und des Landesverbandes der Sprecherzieher bmk-nrw.
Nach ihrer Referendarzeit in Warendorf unterrichtete sie bis zu ihrer Pensionierung im Jahre 2015 zunächst an einem Gymnasium und ab 2001 an einer Gesamtschule in OWL. In ihrer aktiven Zeit als Lehrerin an der Gesamtschule betreute sie den Bereich Kultur, organisierte Theaterbesuche und Kulturabende, an denen die Schülerinnen und Schüler ihre musischen Fähigkeiten unter Beweis stellen konnten. Sie inszenierte mit Literaturkursen und Klassen verschiedene Theaterstücke und förderte die Lesekompetenz.
Nach ihrer Pensionierung fand die ehemalige Lehrerin die Zeit, sich den in der Schublade angesammelten Schreibversuchen zu widmen, sie zu überarbeiten, zu ergänzen oder neu zu verfassen.
Sie ist Mitglied des Autorenvereins LiteraturRaum/DortmundRuhr und im Verband deutscher Schriftsteller NRW (VS) in der Gewerkschaft VER.DI.

Der Geschmack von Lebertran. Eine Kindheit in den 50er Jahren. ocm-Verlag: Dortmund 2018.
Und sag nicht, dass die Sonne scheint. Altersgeschichten aus dem Alltag. Neobooks: Berlin 2017.

Szenisches Spiel in der Schule. In der Reihe: EINFACH DEUTSCH. Schöningh: Paderborn 1999.
Gestaltendes Sprechen in der Schule. In der Reihe: Sprechkommunikation. Bd. 3. LIT-Verlag: Münster 1996.

in Anthologien:
Die Krebse des Baikalsees. In: LiteraturRaumDortmundRuhr, ein Lesebuch. Hrsg. von Thomas Kade, Thorsten
Trelenberg. Dortmunder Buch: Dortmund 2021.
Gedichte. In: Schlafende Hunde VII. Politische Lyrik. Hrsg. von Thomas Bachmann. Verlag am Park: Berlin 2021.
Über die blaue Steppe. Ein literarischer Jubiläumsgruß zum 100jährigen Bestehen der Zentralen Stadtbibliothek M. Gorki-Pjatikorsk. Hrsg. von Matthias Engels, Thomas Kade, Thorsten Trelenberg. Dortmunder Buch: Dortmund 2020.
Diesen Klängen folgen. Hrsg. von Thomas Kade, Anne-Kathrin Koppetsch. Dortmunder Buch: Dortmund 2020.
Hölderlinks, Türme, Wolkenkratzer, Wohngebäude. Hrsg. von Matthias Engels, Thomas Kade, Thorsten Trelenberg. projektverlag: Bochum 2020.
kunterbuntes einerlei / Kleinanzeigen / Die Zeche schließt / Apokalypse Now. In: Zeche zahlen. Ein Lexikon aller unmöglichen Sicherheitsvorschriften, Werkzeuge und Arbeitsunfälle oder: kleines ABC für Bergleute und solche, die es nie werden wollten. Eine Veröffentlichung von LiteraturRaum/DortmundRuhr. o.V.: Dortmund 2018.
Knoten / Dialog zwischen Mutter und Tochter über den abwesenden Vater. In: Auslese zum Jahreswechsel. 26. Edition. Hrsg. von Johann-Friedrich Huffmann. Frieling-Verlag: Berlin 2017.

in Zeitschriften:
Beobachtungslernen im Bereich des szenischen Spiels. In: PRAXIS SCHULE 5-10, 19. 3/2008.
Fit für den Vortrag. Vom Stichwortkonzept zur freien Rede (Sek.II) In: Raabits Deutsch. 2007.
Diskutieren – aber wie? Die Sprachlosigkeit überwinden. In: Deutschmagazin. Oldenbourg: Berlin 6/2005.
Jetzt hört doch mal her. Vom Hören, Zuhören und Hörverstehen. In: Deutschmagazin. Oldenbourg: Berlin 3/2005.
Diskutieren - ein Kinderspiel. In: Raabits Deutsch. 2003.
Dialog Deutsch. Unterrichtswerk für das Fach Deutsch, Mitgestaltung der Jahrgänge 5-8. Westermann: Braunschweig 2000-2003.
Motivieren - kommunizieren - kooperieren. In: Sprache und Sprechen, Bd. 36. Ernst-Reinhard-Verlag: München 1999.
Früh übt sich. In: Sprache und Sprechen. Bd. 33. Ernst-Reinhard-Verlag: München 1997.
Sprecherziehung in der Schule. In: Sprache und Sprechen. Bd. 32. Ernst-Reinhard-Verlag: München 1996.

Glücksorte im Sauerland. Gem. mit Anne-Kathrin Koppetsch. Droste: Düsseldorf 2020.

"Je weiter ich lese, zieht es mich hinein in meine ganz eigene Kinderwelt. Alle Sinne werden aktiviert. Ich schmecke, rieche, höre, sehe, fühle all das, was war. Die Bilder sind schnörkellos. Treffsicher."
Von: Doris Meißner-Johannknecht, Schriftstellerin. Kundenrezension auf der Homepage des ocm-Verlages, 09.02.2019.

"Das Publikum zeigte sich ergriffen von Cornelia Ertmers Erzählungen über die Kindheit und Schulzeit in den 1950er Jahren."
Erschienen in: Die Glocke, Raum Rietberg, Rheda-Wiedenbrück, 21.12.2018.

"Cornelia Ertmer hat das Leben damals in seinen vielen, Jüngeren oft schon unverständlichen Facetten aus der Sicht eines Kindes aufgeschrieben."
Erschienen in: Neue Westfälische, Raum Gütersloh, 09.11.2018.

Da ich immer schon gern gelesen habe, war es schon in meiner Jugend nahe liegend, eigene Schreibversuche zu unternehmen. Einige Texte sind in die Schublade gewandert, die meisten habe ich nicht aufbewahrt.
Meinem Wunsch zu schreiben kann ich jetzt, nach meiner Pensionierung, frei von beruflichen und familiären Verpflichtungen, nachkommen und mich mit den Themen auseinandersetzen, die mich schon immer beschäftigt haben: die 50er Jahre mit all ihren Verwerfungen und Widersprüchen, der Nationalsozialismus, dessen Auswirkungen auf das Alltagsleben und unser gesellschaftliches Selbstverständnis bis heute spürbar sind, der Kampf um die Rechte der Frauen, der nichts von seiner Aktualität verloren hat. Um das Erleben der jeweiligen Protagonisten möglichst authentisch gestalten zu können, informiere ich mich anhand der entsprechenden Fachliteratur gründlich über  den sozialen, politischen und historischen Hintergrund der Zeit, in der die Handlung spielt.

Auskunft Autorin

Aktualisiert 09.02.2022